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Alterszahnheilkunde

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Früher war die Versorgung bei völlig zahnlosen Patienten mit einer Totalprothese in jeder Zahnarztpraxis die Normalität.

Heute wird dies praktisch zur Ausnahme.

Durch verbesserte Behandlungsmethoden und schonendere Behandlung in Richtug Erhalt der Zähne kann die Kaufunktion bis ins hohe Alter mit eigenen Zähnen realisiert werden.

 

 

 

Der Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung ist stark angestiegen. Während 1871 die durchschnittliche Lebenserwartung der deutschen Bevölkerung 36 Jahre und um die Jahrhundertwende 46 Jahre betrug, liegt sie heute bei 74 Jahren, wobei die Frauen im Mittel 1-2Jahre älter werden als die Männer.

 

Nun darf man aus diesen Zahlen nicht den falschen Schluß ziehen, daß es früher nicht auch schon alte Menschen gegeben hat. Die niedrige durchschnittliche Lebenserwartung kam dadurch zustande, daß früher viele Menschen schon in jungen Jahren durch Infektionen und Ernährungsstörungen hinweggerafft wurden. Die eigentliche Lebenskraft, die biologische Fähigkeit, alt zu werden, war früher genauso groß wie heute. Ein hohes Alter erreichten aber nur wenige. Um die Jahrhundertwende betrug der Anteil der jugendlichen Bevölkerungsgruppe bis 20 Jahre 46%, die Gruppe derer über 60 Jahre machte nur 7% aus. Heute ist die Gruppe der Jugendlichen bis zu 20 Jahren auf 30% abgefallen und die Gruppe der über 60jährigen auf 20% gestiegen. Aus diesen Zahlen mag man erkennen, daß die Gerontostomatologie nicht erst Bedeutung gewinnen wird, sie hat längst höchste Aktualität erreicht. Im allgemeinen wird der Anfang des Seniums auf das 50. Lebensjahr gelegt. Man muß sich aber davor hüten, das Alter kalendarisch festsetzen zu wollen. In unserer Betrachtunsweise ist nicht das kalendarische Alter, sondern das biologische Alter von Bedeutung. Dies wird im folgenden wiederholt deutlich werden.